Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Methoden, Hundeschule, Training & Ausbildung

Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon angiem » Sa 27. Jun 2015, 19:40

Sodalle, meine Lieben.
Hier in diesem Thread wollen wir uns zum Thema "Hunde, die durchs Raster fallen" unterhalten.
Damit ist gemeint, dass es Hunde gibt, die aus bestimmten Gründen, wie zB schlechte Aufzucht, falsche oder unzureichende Sozialisierung, Deprivation, Schilddrüsenfehlfunktion,Traumata und vielen anderen, nicht so ganz einfach "geradezubiegen" sind, wie einem das so manche Hundehalterkollegen und auch Trainer, weiß machen wollen, die mit etwas speziellen Hunden nicht ausreichend eigene Erfahrungen haben.
Es geht nicht darum, irgendwelche Methoden zu diskutieren, alà "musst nur ordentlich abbrechen, Grenzen setzen, mitteilen, was der Hund nicht darf.....usw.".
Nein - denn die Probleme, die manche Hunde haben, sind nicht so einfach schnell nebenbei mittels ein bisserl Chef spielen, beseitigt.
Es geht um Hunde, die nicht nur ein wenig mangelnde Führung (oder wie man es auch immer nennen will) bekommen haben und deshalb ein wenig an der Leine motzen, sondern es geht um Hunde, die viel zu wenig Stressresistenz haben, die vom Wesen her ängstlich und unsicher sind, die keine adäquaten Verhaltensstrategien anwenden können, um mit Umwelteinflüssen, Menschen Artgenossen usw. stress-und konfliktarm umzugehen und der ganz normale Alltag deshalb schon zur Herausforderung wird.

Bin gespannt. Über ein anderes Forum haben Alwine und ich uns kennengelernt und Carmen ;) und ich hier.
Es tut wirklich gut, nicht alleine dazustehen und zu wissen, es gibt auch noch andere HH, die Verständnis für diese speziellen Hunde haben und das nicht als "nur schlecht erzogen" abtun, sondern sich dessen bewusst sind, mit welchen liebenswerten Problempäckchen sie ihr Leben teilen.

Ich hab die nächsten Tage mal wieder Zeit zu schreiben.

Bis dann :-P
Benutzeravatar
angiem
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 264
Bilder: 14
Registriert: 05.08.2013
Wohnort: Pocking
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon angiem » Sa 27. Jun 2015, 20:27

Hier noch ein Link zum Thema Verhaltenstherapie.
Das soll keinesfalls eine Aufforderung sein, selbst irgendwie rumzutherapieren, sondern nur aufzeigen worums geht. Sind drei Teile:http://www.hundeherz.ch/fachbeitrag/verhaltenstherapie-beim-hund-teil-1 unten findet man die Links zu Teil 2 und 3
Benutzeravatar
angiem
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 264
Bilder: 14
Registriert: 05.08.2013
Wohnort: Pocking
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » Sa 27. Jun 2015, 21:38

Oh ja, so ein Austausch kann wirklich Mut machen. Eine richtige Selbsthilfegruppe eben: Das gute Gefühl, nicht völlig allein oder bescheurt zu sein!

Mit Sandor habe ich schon so viel zu hören bekommen, das geht irgendwann an die Substanz. Ratschläge selbsternannter Fachleute ("da muss man nur mal eine Wasserspritze nehmen"), Vorwürfe anderer Hundehalter ("da hätten sie den halt mal vernünftig sozialisieren müssen"), irritierte Blicke der Umwelt, wenn man seinen Hund nicht maßregelt wie die Gurus im Fernsehen... Ist ja kein Wunder, wenn der Köter sich dann so benimmt! :rolleyes:

Klar geht man trotzdem seinen eigenen Weg. Und klar bestätigt es einen, wenn man die allmählichen Fortschritte sieht. Aber es kommen doch immer wieder diese leisen zweifelnden Stimmen im Hinterkopf hoch, vielleicht ja doch... Da ist es so was von erleichternd, wenn man plötzlich Menschen mit ähnlichen Hunden kennen lernt, die das gleiche erlebt haben, und wissen, wie mühsam es mit so einem kleinen Sondermodell sein kann. Und wie frustrierend, wenn auf einmal die ganze Hundeerziehungswelt Kopf steht. Kurz gesagt, ich freue mich schon total auf eure Geschichten!
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » So 28. Jun 2015, 06:36

Danke Angie, besser hätte es niemand schreiben können!! :lol:


Silkies hat geschrieben:Aber es kommen doch immer wieder diese leisen zweifelnden Stimmen im Hinterkopf hoch, vielleicht ja doch..


Ganz genau, so geht es mir auch und ich merke, wie ich frisch motiviert wieder ans Werk gehe, wenn ich höre, dass auch andere Hunde, ähnlich ticken.

Freue mich auf jeden Fall auch richtig auf den Austausch!!!!!
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » So 28. Jun 2015, 21:25

Was mich zum Beispiel mal interessieren würde: Wie weit habt ihr denn das mit organischen Ursachen abgeklärt, und wo ist da die Grenze?

Ich habe zum Beispiel bei Sandor durch die Osteopathin klären lassen, ob er vielleicht im Bewegungsapparat Schmerzen hat, das macht ja oft viel aus. Auch alles an Blutwerten ist untersucht, was mir und dem Tierarzt dazu so eingefallen ist. Um die Sache mit den fokalen Anfällen (die er zum Glück jetzt schon über ein Jahr nicht mehr hatte, klopf auf Holz!) abschließend abzuklären hätte er aber unter Vollnarkose in die Röhre gemusst, und das ging mir wieder zu weit. Ich meine, das Ergebnis hätte dann vielleicht etwas erklärt, aber machen kann man in diesem Fall ja auch nichts anderes als ohnehin schon - und dafür eine Narkose? Nur, damit ich es weiß? Nein danke.

Was allerdings durchaus etwas verändert hat war die Futterumstellung, nachdem der Allergietest komplett war. Das macht in meinen Augen ja auch Sinn, es ist schon zusätzlich belastend wenn es immer zwackt im Gedärm und einem permanent der Pelz juckt! Natürlich hat das die Probleme nicht gelöst, aber ich merke doch, dass Sandor jetzt deutlich entspannter ist.

Und ein ganz wesentlicher Punkt bei uns war auch die Konstitutionsbehandlung durch unseren Tierarzt, der klassischer Homöopath mit enorm viel Erfahrung ist und auch vorwiegend entsprechend arbeitet. Diese Behandlung haben wir zwei mal im Abstand von ca. zwei Jahren durchgeführt, und jedes mal war die Wirkung mehr als deutlich. Natürlich wird der Krümel auch dadurch nicht normal, aber merklich ansprechbarer und für seine Verhältnisse gelassener. Diese Behandlungen haben ihn überhaupt erst für meine Trainingsansätze erreichbar gemacht.

Übrigens. so von wegen Tierarzt, wir hatten eine echt gute Woche! Am Mittwoch waren wir beim Tierarzt, um eine Ausweitung seines Diätplans durchzusprechen, und auch sonst noch ein paar Kleinigkeiten. Sandor hat sich anstandslos untersuchen lassen, sogar in den Hals schauen, das wäre noch vor einem Jahr völlig undenkbar gewesen. Ursprünglich konnte ihn die Helferin gar nicht anfassen, ich hab ihn immer allein festgehalten und auch alles "hergezeigt". Diese Woche blieb er sogar für seine Verhältnisse locker dabei, selbst wenn das Herzchen immer noch rast. Und wo er früher immer völlig kopflos war, ist er jetzt nicht mal rausgelaufen, als die Helferin wieder aus dem Zimmer ging, sondern blieb vorsichtshalber doch lieber bei mir. Fand ich ganz großes Kino! Und heute beim Treibball war er auch so was von gut drauf, hat sich selbst durch draußen vorbeilaufende Hunde nur ganz kurz irritieren lassen und ruckzuck wieder eingekriegt. Was für einen anderen Hund eine völlige Selbstverständlichkeit wäre, aber die anderen Terrorkrümel-Festhalter wissen glaub ich, wieso ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekomme!
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » Mo 29. Jun 2015, 12:52

Ich habe ein großes Blutbild machen lassen und bekam von 1 TÄ und Verhaltenstherapeutin den Hinweis, mittels Blutprobe einen Gentest auf CCL in der TiHo Hannover machen zu lassen. Sie hat da Kontakt hin, deshalb war das unkompliziert.
Zur weiteren Untersuchung müsste man ein MRT machen, dass war mir dann doch too much.

Den Allergietest habe ich machen lassen und finde das auch sehr sinnvoll. Seitdem gibt es da nur noch selten Symptome und Medikamente brauchen wir kaum. In der Tat trägt das zum besseren Wohlbefinden bei, wenn es nicht überall juckt und der Bauch grummelt....

Mikki bekommt Tryptophan, ich denke das hilft ihm ein bisschen.

Silkies hat geschrieben:Was für einen anderen Hund eine völlige Selbstverständlichkeit wäre, aber die anderen Terrorkrümel-Festhalter wissen glaub ich, wieso ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekomme!


JO :lol:
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » Mo 29. Jun 2015, 14:04

Und in welcher Form bekommt er das Tryptophan? Ich dachte immer, das mit Nahrung zuführen zu wollen sei relativ sinnlos, weil es so kaum aufgenommen wird?
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » Mo 29. Jun 2015, 16:24

Tabletten ; Kalma sind aus der Humanmedizin, enthält mehr Tryptophan, als die Präparate aus der Vet.medizin. Habe ich von der TÄ/Verhaltenspsychologin. Sie sagt auch, dass solche Stressbündel ggf. ihr Leben lang die Medis brauchen.
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » Mo 29. Jun 2015, 17:28

Interessante Info! Da muss ich mich doch mal einlesen. Sandor bekommt im Augenblick in dieser Hinsicht gar nichts, lediglich seit Mittwoch homöopathische Tropfen in der Hoffnung, bei seiner Inkontinenz noch eine Besserung zu erreichen. Die Konstitutionsbehandlung schiebt ja immer nur die inneren Prozesse an, dann wird das ein "Selbstläufer". Und ich muss schon sagen, für seine Verhältnisse ist Sandor im Moment super drauf. Zwar wird auf ihn nie Verlass sein, wenn etwas plötzlich auftaucht kippt automatisch der Schalter, aber er beruhigt sich sehr schnell wieder und reagiert auch lange nicht mehr so schnell und impulsiv. Vor allem ist er aber insgesamt viel ausgeglichener und "weicher" geworden.

Merkt ihr das bei euren Terrorkrümeln auch schon direkt am Tonus, wie die innerlich drauf sind?
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » Mo 29. Jun 2015, 17:53

Und ob! Hoch aufgerichtet, Kopf gen Himmel, angespannt wie ein Flitzebogen,hektisch 3 Schritte vor, abruptes Stehen bleiben, Ziehen, Zerren, Jaulen,Schreien, Kreischen....

Nase auf dem Boden, fröhlich hüpfend, Blick zur "Mutti", ein bisschen selbstversunken in den Geruch der alten zickigen Dackeldame vom Nachbarhaus, die sooooo süüüüüß ist, ansprechbar und einfach nur süß!! :king:

Zum Glück sind wir in letzterer Phase und ich hoffe, die Schwalben lassen noch ein bisschen auf sich warten, sonst kommt obige Phase wieder dran.....
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » Mo 29. Jun 2015, 19:27

Schwalben? Sorry, jetzt steh ich gerade auf dem Schlauch?

Aber interessant, dass du das mit dem Schnüffeln erwähnst. Das konnte Sandor am Anfang nämlich gar nicht, höchstens mal ganz kurz schnuppern, aber meist dabei von einer Stelle zur nächsten gerast. Inzwischen geht er wirklich spazieren, statt zu rasen, und kann sich auch richtig irgendwo festschnüffeln. Und wieder ein Punkt, der viele "Normalhundehalter" eher nervt und und einen Terrorkrümelfesthalter einfach nur freut!
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » Mo 29. Jun 2015, 20:50

Schwalben, diese kleinen Vögel, die so schön segeln können, die machen ihn völlig kirre!

Kann ich nur 1:1 bestätigen, das mit dem Schnüffeln, ich hatte heute am Ende des Spaziergangs so eine schöne Phase, wo er trödelte und schnüffelte und ich es soooooooooooooo genossen habe.

Häusersiedlungen sind so das schwierigste für ihn. Neue Gegenden kannste vergessen, der rast auf jede Auffahrt, sieht imaginäre Monster und ist nicht mehr ansprechbar.
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » Mo 29. Jun 2015, 21:07

Schwalben? Ist auch mal was anderes. Neue Gegenden sind bei uns auch ein Problem, hängt aber sehr davon ab wie viele Reize dort vorkommen. Zum Spazierengehen sind wir allerdings fast ausschließlich hier in unserer Häusersiedlung unterwegs. Nicht, weil ich das so toll fände, sondern weil das die einzige Möglichkeit ist zu verhindern, dass ständig irgendwelche fremden Hunde in ihn reinknallen. An der Straße sind wenigstens die ganz harten Fälle in der Regel angeleint, und man kann auch gut die Straßenseite wechseln wenn es zu eng wird.
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » Mo 29. Jun 2015, 21:15

Ja, genau deshalb gehe ich auch dort....
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » Mo 29. Jun 2015, 21:23

Und ganz ehrlich, ist es nicht ätzend dass man zu solchen Umwegen gezwungen ist? Ich hab früher meine sozial fitten Hunde doch auch nicht in jeden anderen reinlaufen lassen, sondern erst gefragt. Und nun, wenn man die gleiche Höflichkeit bräuchte, merkt man, dass man damit ziemlich exotisch dasteht. Dabei könnten viele von Sandors Hundeproblemen schon lange Geschichte sein, wenn er sich sicher wäre, dass die ihren Abstand halten. Bei Hunden, die für ihn sichtbar angeleint sind, kann er inzwischen sogar oft schon ruhig bleiben wenn die lostoben!
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » Di 30. Jun 2015, 12:53

Genau so isses, ganz fürchterlich!!! Wie oft habe ich schon geschimpft, am Anfang war es ganz schlimm, weil ich so Panik geschoben habe, mittlerweile ist es besser, bin wesentlich gelassener geworden. Und nachdem ich hier die Leute ziemlich klar und deutlich darauf hingewiesen habe, dass wir keinen unaufgeforderten Kontakt wünschen, sind wir da zumindest "sicher". Da lässt es sich dann so toll üben und vor allem; er kann lernen!!
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » Di 30. Jun 2015, 13:46

Und das richtig fiese ist ja, man kann den Leuten in diesen Momenten noch nicht mal die Meinung geigen, weil man ja mit jeder klitzekleinen Spannung, die man selbst ausstrahlt, den eigenen Krümel weiter ins geistige Nirwana schießt. (Am Anfang konnte ich draußen noch nicht mal freundlich "hallo" sagen, ohne dass Sandor sofort ausgetickt ist.)

Besonders hübsch, wenn die Halter der anderen Hunde dann noch stehen bleiben, sich interessiert anschauen wie man versucht, seinen völlig hysterischen Hund wieder halbwegs ansprechbar zu bekommen - und einem dann noch nette Ratschläge der Marke "da müssen Sie mal eine Wasserspritze nehmen, der ist aber dominant!" oder "Sie sollten den mal erziehen!" zu verkünden, während ihr eigener Wauz einem weiter auf die Pelle rückt... :evil:
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon angiem » Di 30. Jun 2015, 15:55

Hach tut das gut zu lesen!
Ich finde "uns" hier in so ziemlich allen erzählten Dingen wieder.
Wobei Nicky das Glück hatte, von meinen souveränen Althunden viel zu lernen. Ich bin mir scher, dass er nicht so weit wäre, wie er nun ist, wenn ich die Zwei nicht gehabt hätte oder die zwei nicht so tollerant, klar und immer fair agiert hätte. Der hatte damit nämlich tagtäglich im geborgenen, sicheren Umfeld genau die Übungsmöglichkeiten, die Ihr nur sehr begrenzt auf der Straße finden könnt. Und er hat sie ja immer noch mit der Ömmi - vor allem , was beide Krümels betrifft, da ist die Ömmi mehr als Gold wert......unbezahlbar.
Ach, wenn sie inzwischen schon deutlich altersmässig nachlässt, so gibt die mir ganz deutliche Zeichen, wann es Zet ist wie einzuschreiten. Blicke, Körperspannung, Mimik, Lautäusserungen. Die guckt die zwei an und dann mich und"schickt mich" quasi los, für Ordnung zu sorgen, wenn sie grade nicht ganz so fit ist.
Da lerne ICH auch so unheimich viel..........

Ich hab jetzt in der Nähe eine mir noch unbekannte Hundeschule gefunden, die wir aufsuchen wollen, damit die Lia und meine Tochter auch bessere Hundekontakte/Händling/Management lernen können. Mal schauen.
http://hundeschule-passau.de/Philosophie.html
Hatte gerade Mailkontakt.
Wir haben leider selten Zeit, mit der Krümeline alleine zu arbeiten und es ist halt was ganz anderes, ob ich mit Fremdhunden arbeite....oder mit meiner Tochter und der Krümelmaus, die ja bei mir leben.

Alwine, zu Deiner Frage mit dem Abklären körperlicher Zusammenhängen:
Nicky hat ne eichte SD-Unterfunktion, auch Allergieneigung, empfindlicher Magen/Darm. Das waren bei ihm auch ausschlaggebende Faktoren bezügloch Lernen können und Ansprechbarkeit.

Lila hat keine SD aber es wurde festgestellt, eine sehr schlechte Hüfte und möglicherweise daraus ab und an Schmerzen beim zu wilden Toben, was ihre Aggressionen fördert.
Da hatte sich meine Vermutung bestätigt, dass sie evtl. auch prophylaktisch zum Selbstschutz Nähe extrem verhinderte.
Sie kann aber nun schon Vorwarnen, Knurren und explodiert nicht mehr unvermittelt nach vorne und Nicky reagiert da auch sehr sensibel drauf. Anfangs waren zwischen den Beiden keine subtilen Kommunikationsversuche erkennbar - und jetzt kommt da immer mehr dazu...Mimik, Körperspannung, Lautäusserungen, Beschwichtigungen, Spielaufforderungen................all das hat die Kleine anfangs NULL gezeigt.
Bei ihr merkt man deutlich, dass sie sich Laika zum Vorbild nimmt und sehr viel durch Nachahmung lernt.
Benutzeravatar
angiem
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 264
Bilder: 14
Registriert: 05.08.2013
Wohnort: Pocking
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » So 5. Jul 2015, 14:39

Habt ihr euch die Hundeschule inzwischen schon angeschaut? Ist ja gar nicht so einfach, etwas Terrorkrümelkompatibles zu finden! Das ist mir gerade heute (ziemlich...) früh wieder aufgefallen, als ich mit Sandor beim Treibball war. Unsere Trainerin ist ja toll und mit viel Hundeverstand. Aber derjenige, der dort im Verein wohl zuständig ist, hat da oft etwas andere Ansichten - so im Sinne von, liegt alles an der Erziehung, da muss der Hund sich halt dran gewöhnen etc. Ganz schön anstrengend, da immer ruhig zu bleiben! In so fern kann ich euch nur wünschen, dass es mit der neuen Hundeschule taugt, und warte ganz gespannt auf Berichte. Denn Hundeschulen gibt es viele, aber solche, die auch mit eher außergewöhnlichen Hunden umgehen können, sind leider dünn gesät.

Noch mal ein anderes Thema: Es sind für heute Abend ja Gewitter angesagt. Wie gehen eure Krümel denn damit um? Denn ich muss sagen, manchmal kann ich die Leute schon fast beneiden, deren Hunde "nur" Angst haben. Mein Krümel lebt seine Verunsicherung durch die "Krachmonster" draußen nämlich auf seine ganz typische Art aus: Er rast wie angestochen von einem Fenster zum nächsten, steht auf den Hinterbeinen und bellt und schreit nach draußen...
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » So 5. Jul 2015, 15:18

Der arme Kerl!!!! Hast schon mal Sedarom oder Adaptil ausprobiert? Oder in eine Decke wickeln uns auf den Schoß nehmen, manchmal funtioniert es ja.... :shock:

Zum Glück bei uns keine Baustelle, es wird mal ein müder Blick nach draußen geworfen und weiter gepennt, genauso wie Silvester, ganz entspannt!! :pirat:

Das mit den HuSchu kann ich nur bestätigen, ist extrem schwierig, was passendes zu finden, ich suche auch grad ne neue mantrailing Gruppe. Das ist ne tolle Beschäftigung für meinen und gibt ihm gaaaanz viel Selbstbewusstsein, der alten Schnüffelnase!!!

Mikki legt übrigens grad MEGA-Spaziergänge hin, kein Gepöbel, kann mal ne Rd. fetzen und kriegt sich super wieder ein und kann den Rest langsam schnüffelnd nach Hause marschieren. :lol: :lol:
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » So 5. Jul 2015, 16:16

Dann hast du in Bezug auf Gewitter ja richtig Glück! Ich kannte das bisher so auch noch nicht, Glenny war ein wenig unsicher, aber mehr nicht, und meine "Damen" hat das nie auch nur im Ansatz interessiert. Während Sandor seine Pauschallösung auch auf Gewitter und Feuerwerk anwendet, zumindest wenn es zu viel wird. Adaptil hatten wir diesmal zum Jahreswechsel versucht, es hat ihn auch etwas entspannter werden lassen, aber da hat er das Band auch schon rechtzeitig vorher umbekommen. Und ich kann ihn ja nicht den ganzen Sommer über präventiv versorgen.

Und du machst Mantrailing? Darüber hab ich auch schon nachgedacht, habe aber immer noch ein paar Bedenken. Zum einen kommt es ja wohl sehr darauf an, einen guten Trainer zu finden, und zum anderen hab ich bisher immer gehört und gelesen, dass die Hunde dabei sehr lange irgendwo im Auto warten müssen. Das finde ich für meinen Krümel nicht ganz so prickelnd, erst ewig im Auto parken, und dann in einer immer neuen Umgebung auspacken; ich fürchte, das könnte seinen Stresspegel gewaltig in die Höhe schießen. Mal abgesehen davon, dass Zeit bei mir durchaus auch ein Faktor ist. Also haben wir uns vorerst auf Treibball beschränkt. Welche Erfahrungen hast du denn mit dem Trailen gemacht?
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » So 5. Jul 2015, 17:12

Nee, präventiv vorsorgen geht nicht. Dachte eher, ihn mal dauerhaft mit - was auch immer - versorgen, damit er insgesamt mal runterfährt, dieses Level hält und er dann lernen kann?!!? Hab ich mich jetzt verständlich ausgedrückt? :sratch:
Ist er eigentlich kastriert?

Das Trailen hat meine Erwartungen sogar übertroffen und ich hatte mich auf das Schlimmste gefasst gemacht. Im Auto warten ist gar nicht so schlimm, weil sie ein bisschen Frust aushalten und Geduld lernen. Zudem ist das Trailen ganz doll anstrengend und nach 2 Durchgängen (je 15 min) sind die Hunde echt platt. Meine übrigens für den Rest des Tages. :shock:
Max. 4 Personen trailen und es dauert insgesamt ca. 2 Std. Wir hatten das ganz langsam aufgebaut mit Entfernungen von vlt. 100 m. Aber was ein echter Terrier ist, ist er natürlich die Super-Schnüffelnase :dog_9: und ein extremes Naturtalent :-P .
Da konnten wir ganz schnell mit den "alten Hasen" mithalten. Was jetzt aber der Knüller ist: Aus dem Auto - Schalter auf Suchmodus - Außenreize egal, ich wiederhole ;EGAL!- hochkonzentriertes Suchen - vermisste Person aufgespürt (die hat - oh Wunder WAS ZU ESSEN!!!) - und alles freut sich und jubelt.
Macht echt Spaß zu sehen, wie so Nervenbündel da über sich hinauswächst.
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » So 5. Jul 2015, 18:32

Komplett runterfahren muss Sandor momentan eher nicht, er ist eigentlich ausgeglichen wie nie - was nicht heißt, dass er die Krachmonster gelassen hinnehmen kann. Und ja, kastriert wurde er mit knapp zwei Jahren, denn zu all seinen Baustellen gehörte (fast möchte ich sagen natürlich) auch Kryptorchismus dazu. Allerdings konnte ich nicht feststellen, dass die Kastration verhaltenstechnisch irgendwas verändert hätte. Er ist weder ruhiger noch unsicherer geworden. Die einzig merklichen Veränderungen waren rein körperlicher Natur: Er kam endlich auf Normalgewicht, und die Muskulatur wurde etwas weicher. Wozu ich sagen muss, dass er schon von klein auf wie ein kleiner Bodybuilder aussah und oft extrem verhärtet war, also war das mit dem leichten Nachlassen des Tonus sogar eher positiv.

Das was du vom Trailen berichtest klingt interessant. Mit dem Warten im Auto hätte ich weniger ein Thema von wegen Frust aushalten, sondern mehr wie er dann reagiert, wenn er nach so einer Wartezeit plötzlich mit den neuen Reizen geflutet wird, also die Aufregungsfaktoren "hurra, endlich geht es los" und "wo bin ich denn hier" zusammentreffen. Außer natürlich, es gehen während der Wartezeit noch häufig fremde dicht am Auto vorbei, womöglich mit Hunden dabei, das wäre dann auch während der Wartezeit ein Stressfaktor.

In Bezug auf das Suchen selbst hätte ich auch wenig Bedenken, immerhin hat sich Sandor auch die Geruchsunterscheidung fürs Obedience praktisch von selbst beigebracht. Und auch sonst ist er bei Suchspielen ein echtes Naturtalent. Eher bräuchte man schon gute Versteckpersonen, die ihn beim Finden nicht bedrängen - denn fremde Menschen, die sich komisch benehmen oder gar anfassen wollen, findet er hoch suspekt bis super gruselig. Wie häufig sollte man das denn machen, damit es Sinn macht?
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Krawallo » So 5. Jul 2015, 19:01

Das ist ja interessant, bei Mikki hat die Kastration auch keine erheblichen Veränderungen gebracht. Und in Bezug auf Gelassenheit ist er genauso. Egal, wie ruhig oder gelassen er gerade ist, taucht - wie du sagst - ein Monster auf, ist vorbei. Totales Ausrasten und um sich beißen. Trotz aller Fortschritte, da ist echt nix zu machen.

Zum Trailen: Beim Warten im Auto ist es doch erstmal ne Frage des Managements. Ich parke so, dass er nicht von außen "belästigt" werden kann. Am Anfang sind die trails eh in ruhigen Wohngebieten. Da ist es i.d.R. nicht so schwierig, ein ruhiges Plätzchen zu finden.
Das Aussteigen ist in der Tat etwas, woran man arbeiten muss. Meine waren natürlich auch total aufgeregt und wollten losstürmen. Da ist wieder Kreativität gefragt. Ich hatte es nachher so gemacht, dass ich ein bisschen früher zum Treffpunkt gefahren bin, und sie vorher schon rund ums Auto die Gegend ein bisschen checken durften. Und ansonsten war der Schalter wirklich an, hurra es geht los und die Reize waren ausgeblendet. Im Übrigen gibt es da ein kleines Hilfsmittel. Ein extra Geschirr oder ein Halstuch, als Zeichen, jetzt ist Trailen angesagt. Das klappte eigentlich bei allen ganz gut. Und da ist es dann auch erlaubt, an der Leine zu ziehen.

Zu den Personen, die gesucht werden: Jeder hat sich auf den jeweiligen Hund einzustellen, die Person hockt ja auch im Versteck, verhält sich ruhig, bis der Hund begeistert angestürmt kommt. Wenn der Hund noch unsicher ist, hat sich Mensch halt dementsprechend zu verhalten. Ist Sandor nicht mit ganz besonders tollen Gourmet-Schnittchen zu begeistern?

Wie oft fragst du. 1x in der Woche, 1x im Monat, wie du Lust und Zeit hast.....Sinn macht es immer! (Sofern ein guter Trainer verhanden...)
Benutzeravatar
Krawallo
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 197
Bilder: 2
Registriert: 08.10.2013
Geworbene Benutzer: 0

Re: Selbsthilfegruppe der Terrorkrümel-(Fest)Halter

Beitragvon Silkies » So 5. Jul 2015, 19:09

Das mit der Kastra sehe ich inzwischen ganz einfach: Wenn das Problem keinerlei hormonelle Ursachen hat, dann verändert auch eine Kastration nichts. Wobei ich auch sagen muss, einen im Kern unsicheren Hund wie Sandor hätte ich normalerweise auch nicht kastrieren lassen, wenn es eben nicht medizinisch angesagt gewesen wäre.

Das mit dem Trailen muss ich mir noch mal gut durch den Kopf gehen lassen. Vorher hinfahren und schon mal gucken lassen wäre vielleicht eine Möglichkeit. Könnte aber auch genauso gut nach hinten losgehen, wenn er sich dabei schon in seinen Impulskontrollkapazitäten verausgabt. Hm, da gilt wohl Versuch macht klug. Ein Ritual wäre auf jeden Fall sinnvoll, denn von der wechselnden Umgebung her wäre das ohnehin schon eine massive Herausforderung. Ich weiß ja nicht wie das bei euch ist, aber Sandor generalisiert solche Reize extrem schlecht. Was ich übrigens auch sehr interessant finde, den wenn es um reine Denkaufgaben geht ist er so was von clever, das ist manchmal schon fast unheimlich; aber jede Umgebung, jeder Mensch, jeder Hund, alles muss neu erarbeitet und gelernt werden...
Benutzeravatar
Silkies
Hundekenner
Hundekenner
 
Beiträge: 118
Bilder: 5
Registriert: 25.06.2015
Geworbene Benutzer: 0

Nächste

Zurück zu Erziehung, Ausbildung und Verhaltenstherapie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

  • Werbung
Daggy vom Mont Cheval